Diskriminierung an Schulen - obwohl Teil des schulischen Alltags - wurde bisher als Problem vernachlässigt. Diskriminierung beeinträchtigt die Lernmotivation, Leistungsfähigkeit und den Bildungserfolg jedes einzelnen Schülers und jeder einzelnen Schülerin und hat auch in gesamtgesellschaftlicher Hinsicht gravierende Folgen. Diese Problemlage ist Ausgangspunkt für unser Modellprojekt "Anlaufstelle für Diskriminierungsschutz an Schulen (ADAS)", dessen Ziel es ist, an Berliner Schulen eine wirksame Antidiskriminierungsarbeit durch ein qualifiziertes, niedrigschwelliges Beschwerdemanagement zu verankern.

Die zentralen Aktivitäten des Modellprojekts sind:

  • Erprobung einer schulspezifischen Anlaufstelle für Diskriminierungsfälle - die Berlinweite Anlaufstelle ADAS: Im Rahmen des Modellprojekts bietet LIFE e.V. eine niedrigschwellig zugängliche Beschwerdemöglichkeit für Personen, die in Berliner Schulen Diskriminierung erfahren: Betroffene Schüler*innen, Eltern und Lehrkräfte können sich an die Berlinweite Anlaufstelle ADAS wenden.
  • Entwicklung eines schulinternen Beschwerdemanagements zum Umgang mit Diskriminierung Im Berliner Bezirk Neukölln wird exemplarisch im Rahmen von Clearing-Runden zu schulischen Diskriminierungsfällen ein Modell von schulinternen Beschwerdemechanismen und präventiven Handlungsmöglichkeiten für eine diskriminierungsfreie und inklusive Schule entwickelt. Dabei werden alle schulrelevanten Akteur*innen einbezogen - von Schulverwaltung über soziale und Jugenddienste, Eltern- und Schüler*innenvertretung bis hin zu Antidiskriminierungsnetzwerken und Beratungseinrichtungen.
  • Bestandserhebung, Dokumentation und Auswertung von Diskriminierungsfällen
  • Entwicklung von Handlungsempfehlungen für die inhaltliche und institutionelle Ausgestaltung eines schulbezogenen Beschwerdemanagements
  • Aufbau anschlussfähiger Kooperations-Strukturen für Antidiskriminierung auf Landesebene.

Das Projekt hat am 1. September begonnen und wird bis zum April 2018 durchgeführt.

Mach was! ADAS - Unabhängige Anlauf- und Beratungsstelle für Diskriminierungsschutz an Schulen

Gemeinsam mit Partner*innen, Unterstützer*innen und Freund*innen des Projekts wurde die unabhängige Anlaufstelle für Diskriminierungsschutz an Schulen (ADAS) am 02.06. feierlich eröffnet.
Zu den geladenen Gästen gehörten unter anderem Prof. Barbara John (Vorsitzende vom Paritätischen Wohlfahrtsverband), Lydia Nofal (Inssan/ RAA), Mekonnen Meshgena (Heinrich Böll Stiftung), Judith Feige (Deutsches Institut für Menschenrechte: UN Monitoringstelle), Klaus Kohlmeyer (BQN) sowie Lisa Quinn und Klaus Dik-Nielsen (ICPA).
Für die künstlerische Unterhaltung sorgten Leila Younes El-Amaire und Faten El-Dabbas von I-Slam, Orhan Şenel sowie das Jugendtheaterbüro Ensemble. Die Beiträge machten nochmal deutlich, wie alltäglich und tiefgreifend Diskriminierung erlebt wird und dass es daher dringend Ansprechpersonen und Mechanismen bedarf, die Betroffene unterstützen und langfristig einen diversitysensiblen und inklusiven Schulalltag gewährleisten.

Barbara John spricht auf der Er&0um;ffnungsveranstaltung Das ADAS Team Publikum der Eröffnungsveranstaltung I-Slam auf der Eröffnungsveranstaltung

LIFE e.V. macht mobil gegen Diskriminierung

Gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft (Außenstelle Neukölln) und dem Bezirksamt Neukölln entwickelt und erprobt LIFE e.V. in Neukölln ein internes Beschwerdemanagement. Parallel dazu wurde eine unabhängige Anlauf- und Beschwerdestelle eingerichtet, die Betroffenen beratend und unterstützend zur Seite steht.

Hintergrund

Studien zeigen: Diskriminierung gehört zum schulischen Alltag in Berlin und ist ein ernstzunehmendes Problem. Präventionsmaßnahmen wie Sensibilisierungstrainings reichen nicht aus, Diskriminierung zu verhindern. Für einen diskriminierungsfreien Schulalltag ist daher ein zusätzliches Beschwerde- und Schlichtungsmanagement nötig, das den betroffenen Personen im Ernstfall zur Seite steht. Dies wird auch von der Fachöffentlichkeit wie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes seit Langem gefordert.

LIFE e.V. greift diesen Bedarf auf und wird in den folgenden zwei Jahren modellhaft eine unabhängige Anlauf- und Beschwerdestelle aufbauen, an die Betroffene sich wenden können. Parallel dazu wird in Neukölln in Kooperation mit dem Bezirksamt und der Schulaufsicht exemplarisch ein schulinternes Beschwerdemanagement entwickelt und erprobt werden. Aktive Eltern, Schüler*innen und zivilgesellschaftliche Akteur*innen vor Ort sind eingeladen, sich dem in diesem Rahmen gestarteten Aktionsbündnis zum Diskriminierungsschutz an Neuköllner Schulen anzuschließen.

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Projektteam
Marlene Pfau   
Amine Taşdan   Aliyeh Yegane

Email an pfau@life-online.de Marlene Pfau
Fon: 030.308 798-31
Email an tasdan@life-online.de Amine Taşdan
Fon: 030.308 798-31
yegane@life-online.de Aliyeh Yegane - Projektleitung
Fon: 030.308 798-27



Beratung

Kostenlose Hotline: 0800 724 50 67
beratung@adas-berlin.de

Bürozeiten:
Mo. - Do. von 10:00-17:30 h



Finanzierung

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